Ostern 2022

Das Volmser Ortsbild verändert sich

Unser altes Gemeindehaus in Volmerdingsen, an das ganz viele Volmser Bürger*innen unterschiedlichste Erinnerungen haben, wird jetzt abgerissen. (Fotogalerie)

An der Volmerdingsener Straße südlich der Kirche gelegen, wurde es 1898 als Gastwirtschaft auf dem Grund eines im gleichen Jahre abgebrannten Hauses (der alten Doktorei) errichtet. Im Januar 1914 erwarb die Kirchengemeinde Volmerdingsen Grund und Gebäude für 10.000,- Mark, ließ das Erdgeschoss umbauen und erhielt somit ein Gemeindehaus.  In den beiden Weltkriegen diente es auch als Lager für Kriegsgefangene. 1931 mietete der Schulverband Volmerdingsen Räume für zwei Klassenzimmer an. Viele Veranstaltungen auch mit nichtkirchlicher Prägung fanden im alten Gemeindehaus statt, weil ein anderer großen Saal im Ort sonst nicht zur Verfügung stand. Manche Familien nutzten das Gemeindehaus auch als Mietwohnungen. 1954/55 wurde es umgebaut und erhielt u.a. einen großen Saal mit Bühne. Lange Zeit befand sich auch die Ruhekammer in dem Gebäude.

Als 1994 das neue Gemeindehaus an der Pfarrer-Brünger- Straße eingeweiht wurde, stand die Nutzung des alten Gemeindehauses zur Disposition. 1997 wurde es dann zu einem Wohnhaus mit 7 Einheiten und insgesamt ca. 520 m² Wohnfläche umgebaut.

Inzwischen ist das Haus nicht mehr bewohnt, um es zukunftsfähig zu machen, müssten erhebliche finanzielle Mittel für Maßnahmen in den Bereichen Umbau, Dacherneuerung, Wärmedämmung und Brandschutz investiert werden.

Das Presbyterium der ehemaligen ev.-luth. Kirchengemeinde Volmerdingsen- Wittekindshof hat daraufhin beschlossen, das Gebäude an Volmerdingsener Straße 147 nicht weiter zu vermieten und nach Freistellung möglichst zeitnah abzureißen. Dieser Punkt ist nun  gekommen.

Perspektivisch wünscht sich das Leitungsgremium der Kirchengemeinde an alter Stätte einen neuen Ort zum Leben. Das könnten Einheiten für Senioren sein, ein Miteinander im betreuten oder teilweise betreuten Wohnen, vielleicht aber auch ein sozial verträgliches Zusammensein verschiedener Generationen. Die Planungen laufen.                Matthias Boberg im September 2021

                                                                                                                              Fotos: Ulrich Danielsmeyer